International Economic Law

Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und China

Juli 17, 2008 · Kommentar schreiben

Einleitung

Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland (Abkürzung: BRD ) und der Volksrepublik China ( Abkürzung: VR China ) im Oktober 1972 entwickelten sich die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen relativ kontinuierlich. Nach der Durchführung der Öffnung nach außen zeigte eine rasche und vielfältige Entwicklung dieser Beziehungen. Diese Entwicklung ist nicht nur in Bemühung auf der Regierungsebene, sondern auch auf Länder- und Provinzebene begründet. 1972 exportieten deutsche Unternehmen Waren für gerade 270 Mio. Dollar, heute sind es mit 45 Mrd. Dollar über 150 Mal mehr; 1972 bezog Deutschland Waren für 175 Mio. Dollar, 2006 waren es mit 80 Mrd. Dollar über 400 Mal mehr.[1]

vom Ende der 70er Jahren bis zur Mitte der 80er Jahren wurde die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern durch Unterzeichnung mehrerer Abkommen wesentlich verbessert. Nennenswert sind insbesondere:[2]

Datum

Bezeichnung

24.10.1979

Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit

20.11.1979

Vereinbarungen über die Zusammenarbeit auf den Gebieten der Rohstoff- und Materialforschung sowie der Exploration von Erdöllagerstätten

13.10.1982

Abkommen über die Technische Zusammenarbeit

07.10.1983

Abkommen über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen

09.05.1984

Abkommen über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie

06.1985

Abkommen über die Vermeidung der Doppelbesteuerung

10.06.1985

Abkommen über finanzielle Zusammenarbeit

Auf der Ebene der Bundesländer und chinesischer Provinzen bildete sich auch ebenfalls eine enge Zusammenarbeit heraus. Fast alle Bundesländer ( Außer Ostdeutschland ) schlossen seit der 80er Jahren freundliche und wirtschaftliche Partnerschaft mit chinesischen Provinzen. Die Entwicklung dieser Beziehungen spielt eine wichtige Rolle für die Aktivierung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Betrieben beider Länder, die in allen Bereichen weiter ausgebaut wird. Die Partnerschaften zwischen beiden Bundesländern und Provinzen der VR China sind Beispielweise wie folgt:[3]

Bundesländer der BRD

Provinzen bzw. Städte der VR China

Baden-Württemberg

und

Liaoning, Jiangsu

Bayern

und

Shandong

Bremen

und

Dalian

Hamburg

und

Shanghai

Hessen

und

Jiangsu, Hunan, Liaoning

Niedersachsen

und

Anhui

Nordrhein-Westfalen

und

Jiangsu, Sichuan, Shanxi

Rheinland-Pfalz

und

Anhui, Fujian

Saarland

und

Huan, Hubei, Shanxi

Schleswig-Holstein

und

Zhejiang

Die Studentenunruhe in Peking 1989 führte zu einer internationalen Boykottbewegung gegen die VR China und die deutsche Regierung beteiligte sich an dieser weltweiten Demonstration. In diesem Hintergrund formulierte Deutschland durch kontinuierlichen Bundestagsbeschlüsse, die Entwicklungszusammenarbeit beider Ländern unter einigen politischen Bedingungen zu garantieren.[4] Mit dem staatlichen Besuch des Ex-Präsidenten der VR China Jiang Zheming in Bonn 1995 wurden die umfassenden staatlichen Abkommen in den Gebieten von technischen Zusammenarbeit und Finanziellen Zusammenarbeit geschlossen und die Vertrauen beider Länder wurde daher wieder gestaltet. In der Ära des Ex-Bundeskanzlers Schröder wurde diese Zusammenarbeit auf dem Weg zur allseitigen Freundschaft vertieft und insbesondere im Rahmen von Rechtsgebiet, Industriegebiet und Grundlagenaufbaugebiet sehr gut gefördert.[5]

Zur Zeit wird diese Zusammenarbeit wegen der politischen Verhinderung neuer Bundesregierung teilweise verletzt. Allerdings erkennen mehrerer deutschen Unternehmen und chinesischen Unternehmen, nur immer enge allseitige Zusammenarbeit, vor allem wirtschaftliche Zusammenarbeit durchzusetzen und zu erfüllen, dadurch dass die beide Völker gegenseitig den Vorurteil[6] überwinden können und die von beider Regierungen getroffenen freundlichen Partnerschaft im Verlauf der Globalisierung weiter existieren können.

Natürlich wird die Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit von der Seite der deutschen Unternehmen und Großhandel deutlich betont und gefördert. In den letzten Jahren erfüllte die Zusammenarbeit hauptsächlich in den Gebieten von Handelsbereich, direkten Investitionen zum Erfolg. Diese zwei Schwerpunkte müssen in den folgenden dargestellt werden.

1. Handelsbeziehungen

Innerhalb Europa ist Deutschland der wichtigste Handelspartner der VR China. Deutschland lag 1993 mit einem Anteil von 4.3 Prozent des chinesischen Gesamtexportes auf dem vierten Platz bei den Abnehmerländer und mit einem Importanteil von 5.8 Prozent ebenfalls auf dem vierten Platz bei den Lieferanten. Der Anteil der VR China an deutschen Export lag 1993 bei 1.6 Prozent als der 15. Platz der Abnehmerländer, der Anteil bei den Importen betrug 2.5 Prozent (11. Platz). Damit ist die VR China nach Japan der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands in Asien.[7]

Seit der deutschen Einheit haben betriebliche Umstrukturierungen in Produktion und Absatz sowie die konsequente Abkehr vom Clearinghandel zu einem drastischen Rückgang der Handelsbeziehungen der neuen Bundesländer mit China geführt. Anfang März 1993 bekräftigten beide Seiten anlässlich des Chinabesuchs des neuen Bundeswirtschaftsministers Doktor Günter Rexrodt die Interessen an der Erweiterung von Außenhandel und wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen ostdeutschen und chinesischen Unternehmen. Beide Seiten werden ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet Maschinenbau, Eisenbahn, Schiffbau, Ausrüstungen für die Elektrifizierung, Steuertechnik, Bergwerkausrüstungen und chemische Industrie verstärken. Bei dieser Gelegenheit hat China eine Einkaufsliste vorgelegt. Die Waren im Gesamtwert von 150 Millionen US-Dollar sollen in den neuen Bundesländern gekauft werden. Außerdem wurden dabei Abkommen unterzeichnet, in denen Airbusse im Wert von 1,5 Milliarden DM und Waren auf dem Gebiet der Energie im Gesamtwert von 10 Milliarden DM von China gekauft werden.[8]

Seit 2002 ist China nach den USA der zweitwichtigste deutsche Exportmarkt außerhalb Europas geworden, noch vor Japan; bei Einbeziehung des deutschen Handels mit der Sonderverwaltungszone Hongkong kommen dem gesamtchinesischen Wirtschaftsraum bereits seit 2000 diese Bedeutung zu. Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner und steht in der Rangfolge der weltweiten Handelspartner Chinas auf Platz sechs (ohne Hongkong und Taiwan auf Platz vier). Nach Jahren des “boomenden” deutsch-chinesischen Handels (deutsche Exporte nach China (ohne Hongkong) zwischen 2000 und 2006 mit Zuwächsen von meist über 20%) stieg das bilaterale Handelsvolumen im Jahre 2007 lediglich um 9%. Die Zuwächse in Import und Export waren dabei ausgeglichen.[9]

2. Gegenseitige Investitionen zwischen Deutschland und China

Deutschlands Investitionsschwerpunkt in der VR China ist die Automobilindustrie, insbesondere erwähnenswert sind die Volkswagenwerke in Shanghai und Changchun, daneben die Chemiebranche, z.B. Einrichtung der Fertigungsstätten der BASF und der Bayer-Dental AG, und das Hotelgewerbe wie Kempinski-Hotel der Lufthansa in Peking. Aber auch in anderen Bereichen, wie bei der Telekommunikation von Siemens AG oder bei der Flugzeugwartung von Ameco (Lufthansatocher), gibt es bedeutende deutsche Direktinvestitionen.

Heute ist die Bundesrepublik Deutschland der größte Investor Europas in der VR China. Besonders hervorzuheben sind die Aktivitäten der VW AG in China. 1985 wurde die von VW zu 50 Prozent mitgetragene Shanghaier VW GmbH fertiggestellt. Seit Beginn der Probemontagen wurden immer mehr Shanghaier Santana-Wagen gebaut. 2000 wurden in VW Shanghai insgesamt 200.000 Wagen erzeugt. Neben dem Santana-Projekt zählen dazu die 1988 vereinbarte Lizenzfertigung des Audi 100 und der Joint-Venture-Vertrag zur Herstellung der Golf- und Jetta-Klasse mit der ersten Automobilfabrik in Changchun.[10]

In Deutschland arbeiten 2001 auch mehr als 300 Vertretungen chinesischen Außenhandels und Industriegesellschaften, zum Beispiel Vertretung des Chinesischen Rates zur Förderung des Internationalen Handels (CRFIH), der Bank of China, der Chinesischen Treuhandgesellschaft, Buntmetall GmbH, des Eisen- und Stahlwerkes Baoshang. China hat auch Joint Ventures und Gesellschaften mit ausschließlich chinesischem Kapital in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Die größten sind das Westeuropäische Handelszentrum, Sunry-Import & Export GmbH. Deutsche Sinochem GmbH, die Seetransportfirma Sinorick, die Letex-Gesellschaft, The Investigation and Technological Corporation, China Technology Trade-Deutschland GmbH und das Restaurant Sichuan.[11]

Bis Ende 2005 wurden Vereinbarungen über Finanzzusammenarbeit zwischen China und Deutschland in Höhe von 4,68 Mrd. Dollar getroffen. Davon wurden bereits 4,289 Mrd. Dollar in mehr als 120 Projekte eingesetzt. Die Finanzzusammenarbeit findet hauptsächlich in den Bereichen Energie, Verkehr, städtische Infrastruktur, Kommunikation, Umweltschutz und Forstwirtschaft statt.[12]

Fazit

Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China haben das Potenzial, sich deutlich auszuweiten. Auch deutsche Investitionen in China sind in der letzten Zeit stark angewachsen, wobei das deutsche Investitionsvolumen verglichen mit Chinas Nachbarn oder den USA noch steigerungsfähig ist. Die Vorteile einer Einbeziehung Chinas in die globale Geschäftsstrategie sind offenkundig: Die Möglichkeiten, die das Land im Rahmen einer Kostensenkungsstrategie bietet und der große und weiterhin wachsende Absatzmarkt machen das Land für deutsche Investoren attraktiv. Neben dem vielfältigen Potenzial stellen sich dem Chinainvestor jedoch auch einige Herausforderungen, die mit ins Investitionskalkül einfließen sollten: Markt- und Kundeninformationen sind oft schwer zu beschaffen, und Rechtsunsicherheit und Personalprobleme bereiten große Planungsschwierigkeiten. Es verwundert daher nicht, dass in der deutschen Industrie die Meinungen über China stark auseinander gehen. Die Tendenz zur Durchführung deutscher Investitionen ist steigend. Aber Sorgen über Überkapazitäten, Blasenbildung und Engpässe, die sich negativ auf die Rentabilität der getätigten Investitionen auswirken könnten, führen möglicherweise zu einer Verzögerung von Investitionsflüssen. Die Entschlossenheit der chinesische Regierung, Maßnahmen zur weiteren Stärkung des Vertrauens ausländischer Investoren in die Entwicklung ihres Landes zu ergreifen, ist ein gutes Zeichen für die Zukunft der deutschen Investitionen in China.

Literaturverzeichnis

Nachschlagsquellen:

Bass, Hans-H./Schüller, Margot (Hrsg) (1986): “Weltwirtschaftsmacht China“; Hamburg: Verband Stiftung Deutsches Übersee-Institut

Lu, Jinsheng (1989): “Geschäfte mit China“; Hamburg: Verlag Weltarchiv GmbH

U. Reisach/T. Tauber/X. Yuan (1997): “China-Wirtschaftspartner zwischen Wunsch und Wirklichkeit“; Wien: Wirtschaftsverlag Ueberreuter

Deutsche Bank Research: “Deutsche Investitionen in China-Chance für deutsche Unternehmen?“; 06.08.2004, in: http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000081391.pdf (Standard: 16.07.2008)

Nachschlagsquellen im Internet:

http://german.china.org.cn

http://www.auswaertiges-amt.de

http://www.china.com.cn/

http://www.bmwi.de/

http://www.china-botschaft.de


[1] Quelle in dem Auswärtigen Amt: http://www.auswaertigesamt.de/diplo/de/Laenderinformationen/China/Bilateral.html#t3 (Standard: 16.07.2008).

[2] Geschäfte mit China (1989): S. 121.

[3] Geschäfte mit China (1989): S. 122.

[4] Vgl: Weltwirtschaftsmacht China (1996): S. 185f.

[5] Vgl: Quelle in: http://www.china.com.cn/zhuanti2005/txt/2004-04/30/content_5555978.htm (Standard: 16.07.2008).

[6] Durch weltweite Demonstration gegen Peking’s Olympiagame 2008 und starke Unterstützung der tibetischen Rebellion gegen die chinesische Regierung bemerkte das chinesische Volk den deutschen Vorurteil gegen China.

[7] Vgl: Weltwirtschaftsmacht China (1996): S. 187.

[8] Quelle in: http://german.china.org.cn/politics/archive/hujintaoger/txt/2005-11/10/content_2204530.htm (Standard: 16.07.2008)

[9] Quelle im Auswärtigen Amt: http://www.auswaertigesamt.de/diplo/de/Laenderinformationen/China/Bilateral.html#t3 (Standard: 16.07.2008).

[10] Quelle in: http://german.china.org.cn/politics/archive/hujintaoger/txt/2005-11/10/content_2204530.htm (Standard: 16.07.2008).

[11] Quelle in: http://german.china.org.cn/politics/archive/hujintaoger/txt/2005-11/10/content_2204530.htm (Standard: 16.07.2008).

[12] Quelle in: http://german.china.org.cn/politics/archive/chn-ger/txt/2006-05/19/content_2238388.htm (Standard: 16.07.2008).

Kategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: , ,

0 Antworten bis hierher ↓

  • Bis jetzt noch kein Kommentar ... Bring die Sache ins Rollen, und füll das untere Formular aus.

Kommentar schreiben